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26.04.2024, 14:51 Uhr
Mangellage bei Medikamenten beenden
Auf Antrag der CDU-Fraktion befasste sich der Ausschuss für Senioren, Soziales und Gesundheit in seiner letzten Sitzung mit der Versorgung mit Medikamenten in Gladbeck. Was die Antragstellerin befürchtet hatte, wurde durch den Vortrag von Dorothee Pradel, Kreisvertrauensapothekerin der Stadt Gladbeck, Gewissheit: Antibiotika, Herz-Kreislauf-Medikamente und Insulin sind in Gladbeck schwer zu bekommen. Die Liste der nicht oder nur schwer verfügbaren Medikamente geht quer durch die gesamte Palette für die unterschiedlichsten Erkrankungen.
Was zunächst für die Versorgungslage mit Medikamenten in Gladbeck gilt, kann sicher auch auf die anderen 9 Städte des Kreises übertragen werden. Dabei sind die Menschen der älteren Generation naturgemäß von Erkrankungen öfter betroffen als Menschen aus jüngeren Generationen. Deshalb hat der Vorsitzende der Senioren Union der CDU im Kreis Recklinghausen Jürgen Zeller, der auch Vorsitzender im Bezirk Ruhr ist, die Problematik aufgegriffen und einen Brandbrief an den Ministerpräsidenten unseres Landes Hendrik Wüst und an den Gesundheitsminister NRW Karl Josef Laumann geschrieben.

Er verknüpfte die aktuelle Mangellage mit dem Apotheken-Sterben, das wir auch in Gladbeck und im Kreis Recklinghausen wahrnehmen können. Allein im Jahr 2023 haben in Deutschland 559 Apotheken geschlossen, dem stehen lediglich 62 Neueröffnungen gegenüber. Damit hat die Zahl der Apotheken in Deutschland den niedrigsten Stand seit 44 Jahren erreicht. Als einen maßgeblichen Grund dafür erkennen wir die zunehmende Zentralisierung der medizinischen Versorgung in Ärztezentren. Damit einhergehend schließen niedergelassene Apotheker in der Fläche und konzentrieren sich in der Nähe dieser Ärztezentren, allerdings in geringerer Zahl.

Einen weiteren Grund hören wir aus Apothekerkreisen. Die Mangellage bei den Medikamenten habe dazu geführt, dass das Personal zeitintensiv damit beschäftigt sei, fehlende, nötige Medikamente zu beschaffen. Die Kosten für diesen personellen Mehraufwand würden nicht ansatzweise von den Krankenkassen aufgefangen oder erstattet. Die Führung einer Apotheke werde zunehmend wirtschaftlich uninteressant.

„Sehr geehrter Herr Ministerpräsident, wir bitten Sie, jetzt noch rechtzeitig einzugreifen, damit die medikamentöse Mangellage durch die fehlenden Apotheken und Medikamente behoben wird.“ schreibt der Vorsitzende der Senioren Union Jürgen Zeller. Natürlich weiß die Senioren Union, dass das Land NRW nicht in erster Linie für die Medikamentenversorgung zuständig ist. Der Ministerpräsident und der Gesundheitsminister des größten Bundeslandes haben aber keinen geringen Einfluss auf die Bundespolitik. Vielleicht können Hendrik Wüst und Karl Josef Laumann über den Bundesrat die Initiative ergreifen.

Selbstverständlich wird Jürgen Zeller, der Mitglied im Landes- und Bundesvorstand der Senioren Union ist, auch auf diesem Wege versuchen, die Situation für die Patientinnen und Patienten zu verbessern.
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